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(14.03.2025) Kulinarisches Erbe (V): Cepelinai (Zeppeline.Gefüllte Kartoffelklöße „Zeppeline - Nationalgericht von Litauen) (Abb) (FDC)
Cepelinai (litauisch für „Zeppeline“) oder Didžkukuliai („große Klöße“) sind mit Hackfleisch oder Quark gefüllte Kartoffelklöße aus Litauen und gehören dort zu den Nationalgerichten. Sie werden traditionell an Feiertagen und in der Zeit der Kartoffelernte gegessen. Sie sind aber auch ganzjährig in Restaurants mit litauischer Küche zu bekommen.
Der Kartoffelanbau hat in Litauen im 18. Jahrhundert durch die Nähe zu Preußen begonnen, nach dem dortigen „Kartoffelbefehl“ von 1746. Auch gab es viele Litauer in „Preußisch Litauen“. So breiteten sich die Kartoffeln schnell im restlichen litauischen Sprachgebiet aus, sodass Kartoffeln zum „zweiten Brot der Litauer“ wurden.
Die Cepelinai haben keine lange Tradition in Litauen und sind wohl erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts fest in die litauische Küche integriert worden; zuerst wohl von litauischen Juden. Das zeigt auch der Name, der vom deutschen Starrluftschift und dessen Erfinder Zeppelin abgeleitet ist, die erst ab 1900 existierten. Zeppeline wurden im Ersten Weltkrieg erstmals in Litauen gesehen, z.B. als Luftaufklärer der deutschen Armee. Auch kommen sie in älteren Rezeptsammlungen nicht vor und hier wird Kugelis als litauisches Nationalgericht beschrieben.
Die Cepelinai werden aus rohen und gekochten Kartoffeln zubereitet. Dabei werden die rohen Kartoffeln geschält, fein gerieben und gut durch ein Leinentuch ausgedrückt. Die Kartoffelflüssigkeit wird aufgehoben, und sobald die Stärke sich komplett absetzt, wird diese zur Kartoffelmasse dazugegeben. Die gekochten Kartoffeln werden zerquetscht und mit der restlichen Masse zu einem Teig verarbeitet. Parallel dazu werden Zwiebeln angebraten und zusammen mit dem Hackfleisch vermischt, nach Bedarf kann mit Salz, Pfeffer und Majoran gewürzt werden. Etwa eine halbe Tasse Kartoffelteig wird in der Hand flachgedrückt und mit etwa einem Teelöffel Hackfleischmasse gefüllt. Daraus werden längliche, „zeppelinförmige“ Klöße geformt, die in leicht kochendem Wasser garziehen. Traditionell wird diese Speise mit einer Soße aus gebratenem Speck, Zwiebeln und Sahne serviert.
Neben den typischen Hackfleisch- und Quark-Cepelinai gibt es auch mit Pilzen, Weißkohl, Schinken oder Fisch gefüllte Varianten.
In Polen sind ähnliche Knödel als Pyzy oder regional Kartacze (Polnisch für „Kartätsche“, eine mit Schrot gefüllte Granate) bekannt.
(Quellen: Cepelinai - wikipedia / Zeppelin ziert neueste Briefmarke. link bei www.madeinvilnius.lt (14.03.2025) / New Lithuanian stamp pays tribute to cepelinai. link bei www.lrt.lt (14.03.2025) / Zeppelinas – litauisches Nationalgericht. link bei www.baltikumreisen.de (ohne Datum)
- Gefüllte Kartoffelklösse - pfälzische, saarländische Küche - Gefillde -
(12.08.2022) Kulinarisches Erbe (IV) Šakotis (Litauischer Baumkuchen) (Abb) (FDC)
Der in Litauen Šakotis und in Polen Sękacz genannte Kuchen ist ein Gebäck, das dem deutschen Baumkuchen ähnelt. . Er ist eines der wichtigsten Desserts für litauische Feierlichkeiten, vor allem bei Hochzeiten und Geburtstagen
Der Kuchen bürgerte sich während der polnisch-litauischen Union (1569–1791) ein. Seine Ursprünge werden entweder Polens italienischer Königin Bona Sforza oder dem baltischen Stamm der Jatwinger zugeschrieben. Die Jatwinger siedelten im Früh- und Hochmittelalter in Podlachien, während Bona Sforza dort Landwirtschaft, Infrastruktur und Manufakturwesen reformierte.
Im Geschmack ist Šakotis nur ganz leicht süß; frisch ist er recht weich in der Konsistenz. Je mehr Eier für einen Šakotis verwendet wurden, desto knuspriger wird er auch. Normalerweise verwendet man etwa 30–50 Eier pro Kilogramm Mehl. Hinzu kommen noch Margarine oder Butter, Zucker oder Honig und Schmand. Zuerst wird Butter oder Margarine mit Zucker gut verrührt. Dann folgen Eier, Mehl und Schmand. Die Masse wird dann nicht mehr gerührt, sondern, wie Eier, verquirlt. Der Kuchen wird in der Regel etwa 45 Minuten gebacken, danach wird er in die entsprechende Größe geschnitten.
Šakotis ist trockener als Baumkuchen. Er kann mit Schokolade oder Blumenornamenten dekoriert werden, wird aber oft auch pur serviert. Es gibt ihn in allen möglichen Größen und Gewichtsklassen: von kleinen mit 600–1000 g bis hin zu ganz großen, die auch 10 kg wiegen können. Da die Herstellung des Šakotis aufwendig ist, kostet der Kuchen entsprechend viel. Zuhause kann man den Kuchen nicht herstellen; es sei denn, man baut sich einen entsprechenden Ofen. Polnischer und litauischer Baumkuchen weist spezifische Teigstacheln auf. Auf die markante Oberfläche Bezug nimmt der litauische Name „šakotis“, der mit „Ast“ übersetzt werden kann. Die Herstellung des Kuchens erfolgt durch schichtweises Streichen von Bierteig auf einen Spieß, der in einem speziellen Ofen rotiert. Die Stacheln bzw. Äste entstehen beim Abtropfen und Erstarren (durch die Hitze) des Teigs während der langsamen Drehung. Der abgetropfte Teig wird dann mit einer Kelle aus einem Auffangbehälter geschöpft und wieder auf den Kuchen gestrichen. An einem Querschnitt des Šakotis kann man deutlich die einzelnen Schichten sehen.
Ohne den Zusatz von Konservierungsstoffen hält sich Šakotis teilweise zwei bis sechs Monate frisch. Bei der Lagerung sollte man beachten, dass der Kuchen sehr schnell Gerüche aus der Umgebung aufnimmt, seien es Küchengerüche oder gar Parfüm. Daher sollte man den Baumkuchen trocken und gut verschlossen lagern.
Šakotis war die ausgewählte Süßigkeit zur Repräsentation Litauens bei der Café-Europa-Initiative, die während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft am Europatag 2006 stattfand.
(Quelle: wikipedia)
(19.06.2020) Kulinarisches Erbe (III).Šaltibarščiai (kalte Rote-Beete-Suppe = kalter Borschtsch) (Abb) (FDC)
Šaltibarščiai ist eine in Litauen und Polen gegessene geeiste Cremesuppe, die von einer geeisten Variante des Borschtsch abstammt. Sie ist in mehreren slawischen und baltischen Ländern bekannt und wird Chłodnik litewski geannt, der polnische Name bedeutet Erfrischung; die litauische Bezeichnung bedeutet übersetzt kalter Borschtsch. Die Suppe hat eine rosa Farbe, aufgrund der Roten Bete und des eingerührten Sauerrahms.
Die Suppe wird aus Sauerampfer, Rote Bete, Gurkenpüree, Wasser, Essig und ein wenig Zucker gekocht, meist mit Weizengrieß gebunden, mit Fenchel und Estragon gewürzt, dann gekühlt. Als Garnierung dienen verschiedene Zutaten, wie hartgekochte Eier, Flusskrebsschwänze, Dill, Würfel von frischen Gurken und anderes Gemüse wie Frühlingszwiebeln, Radieschen oder Zitronenscheiben.
(Quelle: wikipedia)
(20.05.2017) Kulinarisches Erbe (II). Kümmelkäse (Abb) (FDC)
Litauen ist bekannt für seinen traditionellen Kümmelkäse, der zu den typischen Souvenirs aus dem Land gehört und oft aus süßem weißen Quark hergestellt und gebacken wird. Es ist eine ausgefallene litauische Spezialität neben dem Apfelkäse und wird mit Kümmel gewürzt und auf traditionelle Art zubereitet, um den Geschmack der Region zu präsentieren
(09.07.2016). Kulinarisches Erbe (I). Gurken mit Honig (Abb) (FDC)
In Litauen ist die Kombination aus Gurke und Honig eine bekannte Geschmacksrichtung, die sich nicht nur in Desserts wie Gurken- und Honigeis wiederfindet, sondern auch in alkoholischen Getränken wie dem Gurkenmet Argurkinis oder dem Met Midus Agurkinis.
(22.11.2019) Weihnachten und Neujahr. u.a. Mohnkekse „Kūčiukai“ in Milch, (Abb) -
Kūčiukai, prėskučiai oder šližikai – ist ein traditionelles litauisches Weihnachtsgebäck, das traditionell an Heiligabend gegessen wird. Die Kūčiukai werden aus einem Hefeteig und Mohn hergestellt. Sie sind etwa so groß wie ein Fingerhut, recht hart, knusprig und wenig süß im Geschmack. Wenn man Kūčiukai mit Backhefe herstellt, sind sie, je nach Aufgehgrad des Teigs, etwas weicher. Je mehr Hefe im Teig, desto weicher ist das Gebäck. Ohne Hefe wird das Heiligabendgebäck trocken und hart. Aus diesem Grund werden die runden Kügelchen mit Mohn in Mohnmilch gegeben und als eine Art Suppe gegessen. Für die Mohnmilch muss man den Mohn mit kochendem Wasser übergießen und sie so über Nacht stehen lassen. Kūčiukai sind sehr lange haltbar. Man backt sie traditionell erst am 24. Dezember oder einen Tag vorher. Gegessen werden sie erst am 24. Dezember mit oder ohne Mohnmilch als Vor- aber auch gerne als Nachspeise. Kūčiukai sind in Litauen auch in den Wochen nach Weihnachten sehr beliebt als Snack.
Kūčiukai wird aus einem einfachen Hefeteig hergestellt werden. Die Hauptzutaten sind: Mehl, Hefe, Mohn, Zucker, Wasser oder Milch.
Zuerst wird die Hefe in lauwarmem Wasser oder Milch aufgelöst und etwa 10 Minuten stehen gelassen. Danach wird Mehl und Zucker in einer großen Schüssel zugegeben und es wird geknetet bis der Teig glatt und elastisch ist. Dieser wird dann (z.B. in einem Ofen bei ca 40Grad) abgedeckt eine Stunde gehen gelassen, er hat sich dann verdoppelt.
Der Teig wird in kleine Portionen geteilt, diese werden zu dünnen strengen ausgerollt und in ca 1cm Stücke geschnitten und auf
Lassen Sie den Teig abgedeckt an einem warmen Ort etwa eine Stunde gehen, bis er sich verdoppelt hat. Dann wird der Teig in kleine Portionen geteilt, diese werden jeweils zu dünnen Strängen ausgerollt. Dann werden diese in kleine Stücke (etwa 1 cm lang) geschnitten und auf mit Backpapier ausgelegtem Backblech gelegt. In einem vorgeheizten Ofen werden die Kūčiukai etwa 15-20 Minuten lang gebacken, bis sie goldbraun sind. Die fertigen Stückchen werden mit einer Mohn-Zucker-Mischung (gemahlener Mohn wird unter Zucker gemischt) bestreut.
Es gibt von Kūčiukai viele Varianten. Einige fügen dem Teig Gewürze wie Kardamom oder Zimt hinzu, während andere Honig oder Nüsse verwenden. Auch die benachbarten Länder wie Lettland und Polen haben ähnliche Traditionen, die die Kūčiukai-Tradition beeinflussen und bereichern.
Sie können sowohl als Dessert als auch als Snack serviert werden. Traditionell werden sie mit süßem Mohn-Milchtee serviert, aber sie passen auch hervorragend zu Kaffee, Tee oder heißen Schokolade. Man kann sie auch mit frischen Früchten, Joghurt oder Eiscreme servieren, um ein noch festlicheres Dessert zu kreieren.
(Quellen: wikipedia - link bei www.litauen-info.de )
(09.04.2005) Gastronomie - Frischkäse - Brot (Abb)
Die litauische Küche hat ihren eignen Charakter, obwohl sie wegen der historischen Ereignisse und Verbindungen den Gerichten der umliegenden Länder (Lettland, Polen, Russland, Belarus) ein wenig ähnelt. Man kann die litauische Küche in zwei unterschiedliche Traditionen unterteilen, die miteinander kaum Gemeinsamkeiten aufweisen: die alte litauische Küche (15.–18. Jh.) und die neue litauische Küche (19.–20. Jh.).
Die Gerichte aus den östlichen Ländern kamen nach Litauen während der Verbindung mit der Goldenen Horde. Unter diesen Umständen kamen zum Beispiel Armenier ins Land, die solch litauische Gerichte brachten wie Balandėliai (Täubchen = Kohlroulade), Koldūnai (Teigtaschen mit Fleischfüllung = Pelmeni), Virtiniai (eine Ravioli-Art = Wareniki), Fischeintöpfe mit Gemüse und vieles mehr.
Im Zeitraum vom 16. bis 18. Jh. verschmolz die litauische Küche mit der polnischen. Es entstand eine reichhaltige Küche Polen-Litauens, die sich in weiten Teilen Europas verbreitete. Lebensmittel wie Honig oder Wild waren in dieser Zeit gebräuchlich. Litauen war das einzige europäische Land, in dem Menschen z. B. mit Honig ihren Tribut zahlen konnten. Die damalige Elite aß solche Besonderheiten wie gebratene Schwäne und geräucherten Rücken vom Bären. Die Nachspeisen von Polen-Litauen waren ebenfalls sehr üppig: zum Beispiel der litauische Baumkuchen Šakotis, Žagarėliai (Raderkuchen) und Skruzdėlynas. Damals waren diese Süßigkeiten in ganz Europa bekannt. Im 19. Jh. verschwanden Gerichte der alten litauische Küche in Litauen vollkommen. In Litauen findet man heute nur noch Fragmente der alten litauischen Küche.
Die neue litauische Küche blieb bis zum 19. Jh. mit den nötigsten Produkten und Gerichten einfach. Trotzdem stand sie in Beziehung zur alten litauischen Küche, von der sie zum Beispiel die alten Räuchertechniken übernahm. Die Räuchertradition wurde weiterentwickelt, es wurden unterschiedliche Holzarten verwendet. So wurde auch das langsame Räuchern erfunden. Auf diese Art formten sich verschiedene Räucherspeisen wie Wurst, Salo, Schinken, Räucherfisch usw. Die neue litauische Küche spezialisierte sich auf Zwischenmahlzeiten, was für litauische Bauern äußerst praktisch war, da sie kaum Zeit für die Zubereitung hatten. Charakteristisch war für die neue litauische Küche auch die Einführung der Kartoffel im 18. Jh.
Die litauischen Lebensmittel unterscheiden sich nicht von denen anderer osteuropäischer Staaten. Viele Brot- und Breisorten und seit dem 18. Jh. auch Kartoffeln stellen in Litauen die Hauptquelle für Kohlenhydrate dar. Für Proteine sorgen Fleisch (Schweinefleisch, Rindfleisch, Wild) und Milchprodukte (Kefir, Schmand, Quark, Käse). Unter den Speisefischen wird in Litauen traditionell nur der Hecht zubereitet.
In der litauischen Bauernküche waren unter den Gemüse- und Obstsorten Kohl, Möhren, Rüben, Äpfel und Birnen verbreitet. Eine große Rolle in der litauischen Küche spielen schon seit Jahrhunderten wilde Pflanzen wie wilde Beeren, wildes Obst, Pilze und Kräuter. Als Gewürze finden in der litauischen Küche Kümmel, Majoran, Petersilie und Dill sehr häufige Verwendung. Als Süßungsmittel wird seit Langem Honig verwendet.
Die kalten Gerichte sind in Litauen, wie auch in den beiden anderen baltischen Staaten, sehr beliebt und reichlich vertreten. Das sind vor allem verschiedene Arten von Käse, Produkte aus saurer Milch, Räucherfleisch und -fisch, Aspik und Roulade. Die litauische Küche hat auch viele warme Gerichte. Schon in der alten litauischen Küche waren Stopfgeflügel und Zrazy vor allem in Adelskreisen sehr beliebt. In der Bauernküche waren Fleischgerichte mit Grütze verbreitet. Heute sind sie in der litauischen Küche recht selten geworden. Seit dem 19. Jh. sind Kartoffelgerichte in aller Munde: Cepelinai, Vėdarai (Schweinedarm mit Kartoffelfüllung), Kartoffelpuffer, Žemaičių blynai, ganze gekochte Kartoffel mit Quark und Dill. Diese Gerichte sind aber auch in anderen Ländern wie unter anderem Polen, Ukraine und Belarus bekannt.
Teiggerichte sind in der litauischen Küche gut vertreten und sehr beliebt. Der Großteil dieser Teiggerichte kam bereits im 14./15. Jh. durch die Mongolen in die Region. Bekannt sind unter anderem Blynai (Pfannkuchen), Koldūnai, Virtiniai, Šaltanosiai, Skryliai.
Die typisch litauischen Süßspeisen kamen aus Adelskreisen (Šakotis, Žagarėlis). Es gibt allerdings auch Süßigkeiten, die im 20. Jh. aus dem Westen kamen und sich in Litauen verbreiteten.
Im alten Litauen tranken die Bauern Milch sowie Met und Bier, das aus der deutschen Küche nach Litauen kam. In Adelskreisen wurden starke alkoholische Getränke genossen.
Wikipedia - litauische Küche -