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Impressionen vom Besuch der EXPO2015 Milano und der Entdeckung einer Briefmarken-Serie von Angola

Der Besuch der Expo 2015 im Oktober 2015 in Mailand war ein ganz spezielles Erlebnis. Das Thema der Ausstellung – Motto "Feeding the Planet, Energy for life (Den Planeten ernähren, Energie für das Leben)" war fachlich attraktiv. Es gab einige Briefmarken aus diesem Anlass, die bereits in der Agrarphilatelie beschrieben wurde.
Für die Organisatoren und Mailand war die Expo ein voller Erfolg. An 183 Ausstellungstagen (01.05.-31.10.2015) besuchten mehr als 21 Millionen Menschen das Gelände, d.h. im Schnitt täglich 116.000. So war Geduld notwendig, das begann beim Einlass mit Flughafen-ähnlichen Personenkontrollen, und ging weiter mit dem Warten vor den einzelnen Pavillons, teilweise waren 3 Stunden Wartezeiten angezeigt. Dank des AIJP-Presseausweises kam ich schneller voran.
Die einzelnen Länder präsentierten in Pavillons zu meist gastronomische und touristische Attraktionen, das galt besonders bei „exotischen“ Ländern. Die Angebote der Lebensmittel-Multis waren nicht zu übersehen, wie z.B. der rote Pavillon von Coca-Cola. Es gab jede Menge an verschiedenen Speisen, doch auch diese mussten „erstanden“ werden. Das philatelistische Angebot war dagegen äußerst mager. 
Eine Entdeckung gab es, und zwar im Pavillon von Angola. Natürlich waren dort auch touristische Attraktionen des Landes zu sehen; doch Angola hatte ein EXPO-gerechtes Thema „Nahrung und Kultur: Erziehung zur Innovation“.
Zu erinnern ist, dass Angola auf eine jahrzehntelange Bürgerkriegszeit (1975-2002) zurückblickt, und entsprechende Entwicklungsdefizite zeigt. Potentielles Ackerland ist an vielen Stellen noch nicht von Minen geräumt. Die Zukunftspläne standen im Mittelpunkt. Das Ziel des Bildungsprogramms ist, auf allen Ebenen von Schulen bis zur Universität sowie der Erwachsenenbildung die Bedeutung der Ernährung bewusst zu machen. Das betrifft die einheimische Landwirtschaft und den internationalen Lebensmittelhandel. Innovationen sollen schwerpunktmäßig an traditionelle und regionale Erfahrungen anknüpfen. Die Ernährungsziele sind, gesunde und nachhaltige Ernährungsweisen zu erreichen. Dabei spielen Frauen traditionell in Erziehung, Hauswirtschaft und Nahrungszubereitung eine zentrale Rolle.

Die Innenarchitektur des Pavillons (Ausstellungsfläche ca. 2000m2) orientierte sich am heiligen Affenbrotbaum der Angolaner (Baobab ''imbondeiro“). Auf drei Ebenen und der Dachterrasse (mit Gemüsegarten; und Restaurant) wurden kulturelle Traditionen in Landwirtschaft, Ackerbau, Vieh- und Fischzucht präsentiert. Es gab vielen Beschreibungen von Ernährungsgewohnheiten (z.B. Kochrezepte) der 18 angolanischen Provinzen; ebenso der Ernährungsziele (Ernährungspyramide für Angola) und Ernährungsprojekten. Am Stamm des Baobabs wurde die Rolle der Frauen visualisiert, sie haben eine herausragende Rolle für die angestrebte moderne Entwicklung und sind zugleich die Bewahrerinnen der angolanischen Traditionen. Es fehlte nicht an Hinweisen auf die Probleme der Globalisierung. Die beiden Restaurants boten einerseits traditionelle angolanische Speisen an, und im kleineren Rahmen auch “New Angolan Cuisine”.
Es gab Raum für Ausstellungen mit Werken von zeitgenössischen angolanischen Künstlern. Selbstverständliche gab es einen “Shop”, der Tee, Kaffee, Trockenfrüchten; Kunsthandwerk, Musik-CDs, usw. anbot und auch einen Briefmarkenpräsentation-Set.

Angolanische Briefmarken werden von der privaten Agentur - Inter-Governmental Philatelic Corporation (IGPC) - www.igpc.com  – „betreut“; sie bietet ihren Kunden (u.a. auch Kroatien, Österreich, Serbien) den kompletten Service an – von der Marktforschung, Briefmarkengestaltung und –produktion; über Werbung bis hin zum Vertrieb. So gib es seit einigen Jahren viele unseriöse Ausgaben von Angola. Im Michel-Katalog hört die Registrierung 2011 auf. Es ist davon auszugehen, dass viele Ausgaben nie in Angola waren, sondern ohne Umwege vom internationalen Vertrieb direkt bei Sammlern landen. So wird es auch bei den EXPO-Briefmarken von Angola sein. Sie wurden in einem Präsentations-Paket verkauft für 20.-€ verkauft: Dies enthielt folgendes:

einen Briefmarkensatz mit 4 Ausgaben und einem Block
- 100Kz Abb:  Zwiebel, Knoblauch, Chili-Paprika, Okra, Maniok, Süßkartoffeln, Süßholz (?)
- 100Kz Abb:  Tomaten, Zwiebeln, Bohnen, Karotten, Okra
- 100Kz Abb:  Mais, Paprika-Gemüse, Tomaten, Kohlgemüse
- 100Kz Abb:  Speise: Teller mit Fleisch, Kloß, Gemüse (unbekanntes Rezept) (keine Information dazu gefunden) (Kürbis ?)
(Abb FDC Marken)
- 150Kz Abb Block: Bäuerin, Feld - mit Papaya, Melonen, Kochbananen. Ananas, Avocado, Mango, Kokosnuss
(Abb FDC Block)
 Diese Briefmarken gab es ungestempelt und auf einem Ersttagsbrief (Abb FDC Marken)

Der Block - 150Kz Abb - Bäuerin, Feld - mit Papaya, Melonen, Kochbananen. Ananas, Avocado, Mango, Kokosnuss - wurde „postfrisch“ und als Ersttagsbrief verkauft (Abb FDC Block)

Die „Ersttagsbriefe“ haben ein Stempeldatum „1.Mai – 31.Oct. 2015“.

Im Internet gibt es keine Informationen aus Angola zu diesen Briefmarken (und früheren Ausgaben). Die aktuellen staatlichen Regierungs- bzw. Ministerium-Webseiten (http://www.governo.gov.ao  ) verwenden die portugiesische Amtssprache; bisher gibt es keine Angebote in englischer Sprache, es wird angemerkt dies sei im Aufbau.

Die philatelistische Ernte mag zwar kümmerlich sein. Sie regte jedoch an, Angola etwas näher kennen zu lernen, und in der Webseite der Agrarphilatelie gibt es jetzt eine Seite zur Angola und seine thematischen Briefmarken.